Carsten Engel Blog

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Werkvertrag oder Dienstleistungsvertrag beim Hausbau?

Freitag 10. Juni 2011 von Carsten Engel

Lieber Internetuser,

letzte Woche wurde ich gefragt, ob ich nicht mal meine Meinung zu einer Baufirma und dem damit verbundenen Exposé geben könnte.
Ohne Ross und Reiter zu nennen möchte ich Ihnen von meinen Recherchen berichten.
Bei dem Angebot handelt es sich um ein freistehendes Einfamilienhaus mit ca. 540qm Grundstück, ca. 135qm Wohnfläche, insgesamt 6 Zimmer, in Hanglage als Erstbezug.
Kosten soll der Spaß insgesamt 260.500,00€. Auf eine Bewertung der Immobilie möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen.
Was mir aber aufgefallen ist, und dass sollten Sie sich, wenn Sie bauen möchten dringend vor Augen führen.
„Bei diesem Anbieter handelt es sich möglicherweise um Baudienstleistungsverträge.“
Wenn Sie so etwas für Ihren Hausbau als Vertrag vorgelegt bekommen, sollten bei Ihnen die Alarmglocken angehen!

Bei meiner Recherche bin ich auf einen interessanten Artikel eines Rechtsanwaltes aus München gestoßen.
Die in meinen Augen größten Nachteile eines Dienstleistungsvertrages sind:
1. Es ist kein Erfolg geschuldet.
2. Es gibt keine Abnahme.
3. Es gibt keine Gewährleistung.
Ich behaupte mal, das dass auf dem Bausektor einem Freifahrtschein gleicht, es sei denn, es wird zusätzlich etwas vereinbart. Aber dann könnte man doch auch gleich einen Werkvertrag abschließen.
Den ganzen Artikel des Rechtsanwaltes finden Sie unter: http://bit.ly/dhOWds
Ich finde die Erläuterung der Unterschiede von Werkvertrag und Dienstleistungsvertrag klasse beschrieben. Eine kleine Hilfestellung vor Vertragsunterzeichnung. Grundsätzlich empfehle ich Ihnen Ihren Vertrag vorab rechtlich und technisch überprüfen zu lassen.

Beste Grüße

Carsten Engel
TÜV geprüfter Gutachter
für Bauschäden und
Immobilienbewertungen

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Kategorie: Allgemein, Fehler beim Hauskauf | Kommentare deaktiviert

Sagen Sie Pfusch am Bau den Kampf an. Warum Sie einen Sachverständigen für ein mängelfreies Traumhaus ohne Pfusch am Bau benötigen…

Sonntag 24. Oktober 2010 von Carsten Engel

Hallo lieber Internetuser,

was nutzt das Beste Material, wenn die Verarbeitung nicht fachgerecht ausgeführt wird? Diese Frage muss man sich bei fast allen Gewerken stellen. Bei jenen Gewerken, die am Ende sichtbar bleiben (z. B. beim Fliesen, Klinker, Fenster etc.) oder bei Bauteilen, die einen erheblichen Einfluss auf bauphysikalische und konstruktive Anschlüsse (z. B. undichte oder ungedämmte Anschlussfugen, ungleiches Fugenbild, undichte Folie im Dachausbau etc.) haben, ist besondere Aufmerksamkeit geboten.

Den Rohbau habe ich bewusst nicht erwähnt, da er allein etwa 60% der gesamten Bausumme ausmacht. Deshalb ist der Rohbau auch besonders kritisch zu bewerten. Ihn gilt es nicht nur richtig einzumessen, fachgerecht abzudichten und statisch korrekt auszuführen. Die Höhen, also den Ebenen der Fundamente und der Bodenplatte sind besonders genau zu prüfen. Denn wenn an dieser Stelle die Höhen falsch übertragen werden, also falsch betoniert wird ist das Chaos vorprogrammiert. Ein Fehler den man nie wieder korrigieren kann und der unter Umständen den Ruin des Bauherrn bedeutet. Wenn das Haus ein paar Zentimeter zu hoch steht mag es noch gut gehen, aber ein paar Zentimeter zu tief. Dann läuft das Wasser in Richtung Haus und möglicherweise können Sie Ihr Schmutzwasser nicht mal mehr richtig ins örtliche Entwässerungssystem ableiten.

Da ich aus Erfahrung weiß, dass am Bau immer irgendwo gepfuscht wird, ist es in meinen Augen schon fast eine Harakiri Aktion so ein Projekt ohne Sachverständigen zu planen.

Stellen Sie sich z. B. vor, Sie suchen sich eine Fliese von 50€/m2 oder teurer aus und der Fliesenleger erzeugt ein ungleiches Fugenbild, oder einen katastrophalen Fliesenspiegel.

Oder Sie möchten eine hoch wärmegedämmte extravagante Aluminiumhaustür, und stellen später fest, dass sich auf Grund von unzureichend gedämmten Anschlüssen zum Mauerwerk, Schwitzwasser auf die Haustür bildet. Da ist Schimmelbildung garantiert!

Es gibt unzählige Beispiele wo Fehler gemacht werden können. Das Material ist dabei am wenigsten Schuld. Es sind meistens die ausführenden Handwerksfirmen. Von schlechter Aus-, und Weiterbildung sowie Zeitdruck, ja sogar bis keine Lust oder das haben wir schon immer so gemacht ist alles vertreten.

Wie Sie es auch drehen, Sie haben 2 Möglichkeiten, dass Ihnen so etwas nicht passiert.
1. Sie fangen gar nicht erst an zu bauen (was meiner Meinung nach keine gute Lösung darstellt)
2. Sie informieren sich ausgiebig und nehmen sich entsprechende Sachverständige für Ihr Projekt zur Seite. Ganz wichtig an dieser Stelle ist die Unabhängigkeit des Sachverständigen Ihres Vertrauens!!!

Die größten Schwachpunkte stellen immer Anschlussfugen, Eckverbindungen, Übergänge etc. dar. Also immer dort wo verschiedene Baustoffe / Bauelemente aufeinander treffen. Dort wo Bewegungsfugen vorzusehen sind, wo Materialien mit verschiedenen Ausdehnungskoeffizienten aufeinander treffen, ist besondere Aufmerksamkeit gefordert.
Sie können gar nicht so viel Geld einsparen, wie Sie am Ende bei unfachmännischer Ausführung draufzahlen.
Und sobald Ihr Gegenüber weiß, da ist jemand der mir auf die Finger schaut wird er automatisch vorsichtiger agieren. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass der Punkt der Überwachung und Kontrolle im Werkvertrag nicht ausgehebelt wird!
Am Ende des Artikels möchte ich noch auf einen fairen Umgang aller Beteiligten hinweisen. Es geht nicht darum, den Sachverständigen zu missbrauchen um den Handwerkern so viel Geld wie möglich abzuziehen, sondern darum dass Sie ein mängelfreies Traumhaus bekommen. Das sollte Ihr oberstes Ziel bei der Beauftragung eines Sachverständigen sein. Baufehler frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Das ist meiner Auffassung nach der beste Weg ein mängelfreies Traumhaus zu erhalten.

Beste Grüße
Carsten Engel
TÜV geprüfter Gutachter
für Bauschäden und
Immobilienbewertungen

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